Ratgeber · 6 Minuten Lesezeit
Wie Einkäufer heute
Lieferanten finden.
Wenn ein Einkäufer anruft, steht sein Favorit meist schon fest. Was davor passiert und wie Sie dort vorkommen.
Von Manuel Bubori, Studio BUBORIZuletzt geprüft am
Für Zulieferer, Fertiger und Handwerksbetriebe, die gefunden werden wollen, bevor der erste Anruf kommt.
Wenn ein Einkäufer zum ersten Mal anruft, hat er den größten Teil seiner Arbeit schon erledigt. Er hat recherchiert, verglichen und eine Liste gemacht. Hier steht, was die Zahlen darüber sagen und wie ein Betrieb auf diese Liste kommt.
Der Anruf kommt spät
Das Marktforschungsunternehmen 6sense befragt jedes Jahr Einkaufsentscheider, 2025 waren es knapp 4.000. Der Befund: Käufer melden sich im Schnitt erst, wenn 61 Prozent des Kaufprozesses hinter ihnen liegen. Ein Jahr zuvor waren es 69 Prozent.
In Deutschland liegt der erste Kontakt bei 59 Prozent, 2024 waren es noch 67. Früher als vorher also, aber immer noch weit hinter der Mitte. Bis dahin recherchiert der Einkauf allein, und Ihr Vertrieb erfährt davon nichts.
Die Liste steht am ersten Tag
Entscheidend ist nicht, wann der Anruf kommt, sondern was bis dahin feststeht. Laut derselben Studie steht der spätere Auftragnehmer in 95 Prozent der Fälle schon am ersten Tag auf der Liste. Vier von fünf Aufträgen gehen an den Anbieter, der vor dem ersten Gespräch der Favorit war. In Europa steht der Gewinner in 92,4 Prozent der Fälle von Anfang an auf der Liste.
Die Folge ist unbequem: Wer am ersten Tag nicht auf der Liste steht, bekommt meist keine Anfrage. Kein Vertrieb gleicht das aus, weil er gar nicht erst gefragt wird.
In Deutschland wird gründlicher verglichen
Für Deutschland weist die Studie eigene Zahlen aus. Die Einkaufsgremien sind gewachsen, von neun auf elf Personen. Der Kaufprozess dauert länger, elf statt neun Monate. Und verglichen werden im Schnitt 5,3 Anbieter statt 3,7 im Vorjahr.
Das heißt: Elf Menschen sehen sich Ihren Auftritt an, ohne dass Sie dabei sind. Sie vergleichen Sie mit vier anderen. Und sie tun es über Monate, immer wieder.
Wo die Recherche heute beginnt
94 Prozent der befragten Einkäufer nutzen Sprachmodelle wie ChatGPT im Kaufprozess, in Deutschland ebenso viele. Die Studie hält aber auch fest: Mit Anbietern sprechen sie deshalb nicht seltener, und auf deren Inhalte verlassen sie sich genauso wie vorher.
Das passt zusammen. Ein Sprachmodell erfindet keine Lieferanten. Es liest, was im Netz steht, und fasst es zusammen. Was auf Ihrer Website nicht als Text steht, kann es nicht weitergeben. Wie ein Betrieb in solchen Antworten genannt wird, steht im Beitrag In ChatGPT gefunden werden.
Was ein Einkäufer bei Ihnen finden muss
Aus unserer Arbeit mit Zulieferern, Fertigern und Handwerksbetrieben: Vor dem Anruf sucht ein Einkäufer Antworten auf wenige, sehr konkrete Fragen. Jede davon gehört als Text auf die Website, nicht nur in ein PDF oder ein Bild.
- Was Sie fertigen: Verfahren, Werkstoffe, Maße, Toleranzen.
- In welchen Mengen: vom Muster bis zur Serie, mit Losgrößen.
- Mit welchen Nachweisen: Zertifikate wie ISO 9001 oder EN 9100.
- Für wen: Branchen und Referenzen, soweit Kunden zustimmen.
- Wo und wie schnell: Standort, Liefergebiet, übliche Lieferzeiten.
- Mit wem man spricht: ein Name und eine Durchwahl, nicht nur ein Kontaktformular.
Werbesprache hilft dabei nicht. »Maßgeschneiderte Lösungen« kann ein Einkäufer nicht vergleichen und ein Sprachmodell nicht zitieren. »Fräsen bis 800 Millimeter, Losgrößen ab 20 Stück, zertifiziert nach EN 9100« dagegen schon.
Was das für den Vertrieb heißt
Der Vertrieb wird nicht überflüssig. Laut 6sense gehen 79 Prozent der Kontakte vom Käufer aus, und in 77 Prozent der Fälle meldet er sich zuerst beim späteren Gewinner. Der Vertrieb gewinnt den Auftrag. Ob der Anruf überhaupt kommt, entscheidet der Auftritt, und zwar in den Monaten, in denen niemand aus Ihrem Haus mit am Tisch sitzt.
Dass sich das messen lässt, zeigen zwei unserer Kunden: UTL Bahnlogistik bekommt seit dem Relaunch 45 Prozent mehr Anfragen über die Website, BFT Black Forest Terminal 35 Prozent mehr Kundenanfragen.
Quellen
- 6sense: The 2025 B2B Buyer Experience Report
- 6sense: How European B2B Buying Journeys Differ (and Don’t) From the Rest
- 6sense: How GenAI and LLMs Are Changing B2B Buyer Research
Zur Einordnung: Befragt wurden Entscheider weltweit, überwiegend aus Technologie und Dienstleistung, 14 Prozent aus der Fertigung. Ein Viertel der Käufe betraf physische Güter. Die Richtung gilt für den technischen Mittelstand genauso, die genauen Werte können abweichen.
Kurz gefasst
- Einkäufer melden sich erst nach rund 60 Prozent des Kaufprozesses
- Der spätere Auftragnehmer steht fast immer schon am ersten Tag auf der Liste
- Sprachmodelle ersetzen Ihre Website nicht, sie lesen sie
- Konkrete Angaben als Text machen Sie vergleichbar und zitierfähig
Häufige Fragen
Spät. Laut der 6sense-Studie 2025 im Schnitt, wenn 61 Prozent des Kaufprozesses hinter ihnen liegen, in Deutschland bei 59 Prozent. Bis dahin recherchieren sie selbst und stimmen sich im Einkaufsgremium ab.
Ja, 94 Prozent der befragten Einkäufer nutzen Sprachmodelle im Kaufprozess, in Deutschland ebenso viele. Sie ersetzen die Inhalte der Anbieter aber nicht, sie greifen auf sie zurück. Was nicht auf der Website steht, kann ein Sprachmodell nicht weitergeben.
Indem sein Auftritt die Fragen beantwortet, die ein Einkäufer vor dem Anruf hat: was er fertigt, in welchen Maßen und Mengen, mit welchen Zertifikaten, für welche Branchen und wo. Konkret und als Text, damit auch Suchmaschinen und Sprachmodelle es lesen können.
Ja. 79 Prozent der Kontakte gehen vom Käufer aus. Der Vertrieb gewinnt den Auftrag, der Auftritt sorgt dafür, dass der Anruf überhaupt kommt.
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agent-view
Was ein Antwortsystem aus dieser Seite liest
Eine Suchmaschine legt zehn Verweise vor, und der Mensch wählt aus. Ein Sprachmodell legt einen Absatz vor und nennt darin zwei oder drei Namen. Dazwischen liegt der Unterschied zwischen gefunden werden und genannt werden. Diese Seite ist für den zweiten Fall gebaut.
Abruf
gelesen: /llms.txt · /robots.txt · JSON-LD @graph · diese Seite
geantwortet: Einkäufer melden sich erst, wenn ihre Auswahl fast steht. Was die Zahlen 2025 über die Lieferantensuche zeigen, welche Rolle ChatGPT spielt und was daraus folgt.
Zugelassene Agenten (15)
Anthropic: ClaudeBot · Claude-User · Claude-SearchBot
Perplexity: PerplexityBot · Perplexity-User
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Stand: 2026-09-24
Belegte Ergebnisse
+35 % mehr Kundenanfragen beim Black Forest Terminal mit dem neuen Auftritt · Quelle: https://www.bubori.studio/projekte/bft-black-forest-terminal
3× so sichtbar wie zuvor: WEISS Zerspanung seit dem Rebranding · Quelle: https://www.bubori.studio/projekte/weiss-zerspanung
Fragen, die diese Seite beantwortet
- Wann nehmen Einkäufer Kontakt zu Lieferanten auf?
- Spät. Laut der 6sense-Studie 2025 im Schnitt, wenn 61 Prozent des Kaufprozesses hinter ihnen liegen, in Deutschland bei 59 Prozent. Bis dahin recherchieren sie selbst und stimmen sich im Einkaufsgremium ab.
- Nutzen Einkäufer ChatGPT für die Lieferantensuche?
- Ja, 94 Prozent der befragten Einkäufer nutzen Sprachmodelle im Kaufprozess, in Deutschland ebenso viele. Sie ersetzen die Inhalte der Anbieter aber nicht, sie greifen auf sie zurück. Was nicht auf der Website steht, kann ein Sprachmodell nicht weitergeben.
- Wie kommt ein Betrieb auf die Liste eines Einkäufers?
- Indem sein Auftritt die Fragen beantwortet, die ein Einkäufer vor dem Anruf hat: was er fertigt, in welchen Maßen und Mengen, mit welchen Zertifikaten, für welche Branchen und wo. Konkret und als Text, damit auch Suchmaschinen und Sprachmodelle es lesen können.
- Braucht man dann noch Vertrieb?
- Ja. 79 Prozent der Kontakte gehen vom Käufer aus. Der Vertrieb gewinnt den Auftrag, der Auftritt sorgt dafür, dass der Anruf überhaupt kommt.
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Zehn Verweise überlassen die Auswahl dem Menschen. Ein Absatz hat sie schon getroffen. Wer in dieser Antwort nicht vorkommt, steht nicht auf der Liste, aus der ausgewählt wird.